Plakat Schöpfung von FElice Meer


Teil 1:  Am Anfang  -  Atem

    Chor:                       Alles, was atmet, lobe den Herrn!          

   Sprecher:                   Am Anfang war der Atem –
Gottes Atem,
mein Atem,
unser Atem.

Gottes Atem:
Geistesmacht über der Urflut,
die Licht schied von Finsternis,
 Festland von Wasser,
Gestirne und Leben unzählig hervorrief –
Atem, der Leben schafft;

mein Atem:
 aus mütterlichem Wasser
durch den engen Weg ins Weite,
erster Atem vor dem ersten Schrei –
Atem, der Leben eröffnet;

unser Atem:
 der uns verbindet mit allem, was lebt,
  befreit, im Chor der Mitgeschöpfe mitzusingen,
 zurückführt an die Quelle unserer Kraft,
 zu Urvertrauen und Ichstärke - 
Atem, der Leben erhält und Leben erhöht.

Chor:                 Alles, was atmet, lobe den Herrn! 
     
                                        Gott, unser Schöpfer,                  
                             wie herrlich ist Dein Name überall!
Erhaben bist Du,
mit Glanz und Hoheit angetan,
hell strahlend,
gleich einem Gewande.

Baritonsolo:                 Du Schöpfer aller Energien,
die in gewaltigen Explosionen
das Universum ausbreiten,
Millionen Sonnen, Galaxien, Quasare,
Materie und Antimaterie.
Ehe noch Leben zu denken war,
schufest Du unsern Planeten,
den blauschimmernden Stern,
legtest Hüllen um ihn:
Ozonschicht, Magnetfeld und Biosphäre,
 um fernzuhalten von uns den kosmischen Staub
und die Meteoriten,
den Sonnenwind, der uns vernichtet,
  die tödlich geladenen Teilchen aus Tiefen des Alls.

Fest hast Du die Erde gegründet,
  daß sie nach Deinem Willen für alle Zeiten nicht wanke.
Chaotische Urflut zuvor – Du decktest sie zu.
Die Wasser hoch über den Faltengebirgen der Erde
wichen, als Du es mit donnernder Stimme gebotest.
  Du setztest Bergen und Tälern den Ort, ihre Schönheit –
nie sollten sie jemals wieder in Fluten versinken.

Sopransolo:             Quellen läßt Du fließen in Bäche:
feuchtend die Täler,
den Durst der Tiere zu löschen.
Berge tränkst Du von oben her.
Deine Ordnung macht reich unsre Erde.

                               Du läßt es wachsen und grünen
für Tiere und Menschen,
daß sie Brot holen aus der Erde, welches sie stärkt,
und Wein anbauen, ihr Herz damit zu erfreuen,
Öl, das ihr Angesicht glänzen macht.

Chor und        Wie sind Deine Werke so vielgestaltig, Du Höchster!
Sopransolo:                    Alles hast Du mit Weisheit gefügt.                    
      Voll Deiner Schöpfungen ist diese Erde:
                              das Meer, so unermeßlich ausgebreitet,
       unzählig ist das Gewimmel in ihm, kleine wie große Tiere.
Dort ziehen Schiffe ihre Bahn,
     auch das Meerungeheuer – ebenfalls Dein Geschöpf,
in den Fluten zu spielen.

  Dazu die Tiere des Feldes, der Wälder, der Steppe,
die Vögel des Himmels, Insekten und Würmer,                                        
Mikroben und Viren.
                                       Sie alle warten auf Dich,                  
 daß Du sie nährst zur rechten Zeit.
Gibst Du, so sammeln sie;
öffnest Du Deine Hand,
so werden sie satt an lauter Gutem.
Verbirgst Du Dein Angesicht,
so packt sie der Schrecken.
Nimmst Du Deinen Atem von ihnen zurück,
so gehn sie zugrunde
und werden wieder, was sie gewesen: Staub.
Läßt Du ihn aber verströmen,
so sind sie erschaffenes Leben,
und das Gesicht dieser Erde wird wunderbar neu.

Baritonsolo:                Du läßt die Erde sich drehen,
daß Tag und Nacht wechseln.
Du neigtest die Achse der Erde
 für den Wechsel der Jahreszeiten.
                  
                         Du läßt den Mond wandern am Himmel,
daß Ebbe und Flut sich ablösen
und Zeiten und Zyklen anschaubar werden.

Chor:                      Doch dann erstrahlt Deine Sonne.
 wir Menschen kommen hervor,
 zu tun unsre Arbeit bis an den Abend.
  Wenig geringer als göttlich läßt Du uns sein,
legtest auch uns Majestät und Glanz bei,
läßt uns schalten und walten über das Werk Deiner Hände,
hast uns alles zu Füßen gelegt:
belebte und unbewegte Natur,
ihre Kräfte zu nutzen
und mit allen Mitgeschöpfen zu leben.

Alles, was atmet, lobe den Herrn, den Ewigen!
                            Danken sollen ihm alle seine Werke!      




           Teil 2:  Der Schrecken der Schöpfung             

Sprecher:      Doch jetzt?
          Gestört ist diese wunderbare Ordnung.
               alllenthalben Krieg des Menschen gegen alle Kreatur,
  Krieg, welcher Pflanzen, Tiere, Boden, Wasser,
                              Luft und Lebenssphäre des Planeten tödlich bedroht.

Sopransolo:         Achtloser Mensch, Zerstörer,
                          gleichgültig gegen die Folgen deines Tuns.
                          Willst immer mehr und höher,
                          schneller, weiter, müheloser,
                          gleichgültig, auf wessen Kosten.
        Nicht mehr nur säen, pflanzen
                          und bebaun willst du,
                          nicht mehr nur hegen, zähmen, weiden.
                 Willst längst nicht mehr nur Früchte, Honig,
                          Milch und Eier sammeln,
                 sondern selbst produzieren
                          massenhaft in Farmen und Fabriken.

Chor:                            Wir -  Gottes Wagnis:                               
             zum Schrecken der Schöpfung  sind wir geworden:                      
                  bedenkenlose, nimmersatte Räuber,
                   maßlos im Verbrauchen und Verderben,
               kaum je bereit, uns selber zu begrenzen.

Sprecher:     Jährlich sterben sechzigtausend Arten
              auf dem Planeten Erde,
 denen wir den Lebensraum, die Nahrung,
 Klima und Fortpflanzungsfähigkeit raubten.

Baritonsolo:                  Lebensgieriger Mensch –
stets auf der Jagd nach ewiger Gesundheit.
Für alles, was dir Schönheit und Kraft verspricht,
nutzt du die Mitgeschöpfe aus,
läßt sie in grausamen Versuchslaboren leiden,
quälst und vergiftest sie.
Du willst nicht für die Schöpfung arbeiten,
wie du beauftragt und befähigt bist.
Sie soll dir dienen -     nicht nur mit ihrem Überschuß,
nein, auch mit ihrem Leben.

Chor:                           Wir -  Gottes Wagnis ..... (s. o.) 
      
Sprecher: Täglich werden Regenwälder abgeholzt und abgebrannt                 
          auf einer Fläche groß wie das Saarland.
          Ozeane werden überfischt und Meeressäuger ausgerottet,          
          Seevögel in Schweröl flugunfähig gemacht, wehrlos verendend.
          Für Fell und Federn, Zahnbein, Duftstoffe und Horn                            werden Elefant, Nashorn und Moschustier gejagt, getötet,
          werden Großkatzen und Vögel abgeschossen,
                freilebende Tiere täglich ihres Lebensraums beraubt.                 
          Tausende sterben auf der Reise zur Endstation: Käfig                   
                oder schon bald danach am Ziel.
            
Sopransolo:                      Unersättlicher Mensch,
stets hungernd nach fremder Kraft und Energie.
Dir genügt nicht, was dir Wasser,
Wind und Sonne reichlich bieten.
Du mußtest dir Sklaven halten,
verbrennst millionenjahrealten Rohstoff
ohne Bedenken in wenigen Jahrzehnten.
Du spaltest Kerne und setzst tödliche Strahlung frei –
lebensgefährlich für jede Zelle
und für alles Leben noch in tausend Generationen.

Baritonsolo:                        Je mehr du brauchst,
so mehr Abfall und Rückstand.
Erdreich und Weltmeere sind deine Müllkippen:
ätzende Säuren werden verklappt,
strahlende Castoren lagern auf Waldböden
.           Kriege um Öl und Bodenschätze
töten Kinder, Familien, Völker,
vernichten Lebensräume, Schulen, Bildung und Kulturen,
zerschlagen Recht und Ordnung
und säen Haß und Terror.

Chor:                                Wir -  Gottes Wagnis:
zum Schrecken der Schöpfung sind wir geworden:
bedenkenlose, nimmersatte Räuber,
maßlos im Verbrauchen und Verderben,
 kaum je bereit, uns selber zu begrenzen.
                 Wir wollen nicht „ein wenig kleiner sein als Gott“               
                   Wir wollen sein wie Gott und über ihn hinaus.  
Wir wollen ihn ersetzen
     und selbst gebieten über unbegrenzte Energien -
und sind doch nur sein Zerrbild,
 groß im Erfinden, schöpferisch in mancher Kunst,
  doch unersättlich im Verbrauchen und Verderben:
               Teil der Schöpfung, der ohne sie nicht ist
                                     und sein kann,             
                         und zugleich ihr größter Feind.



                           Teil 3:  Die Erblast    

  Chor:         Ihr Nachgeborenen,
Enkel und Urenkel,
was lassen wir euch noch zurück?
Was bleibt euch von der Schöpfung Gottes?
Ein Kampf ums nackte Dasein
ohne Erfahrung ihres Reichtums?
Ein Krieg um ihre letzten Schätze?
Wie geben wir sie an euch weiter?   
Was findet ihr noch vor?

Sopransolo:          Schadstoffe im Übermaß -
Wasser, Boden, Luft knapp und vergiftet;       
Meeresspiegel, ständig steigend,
Unwetter, die mehr und mehr verwüsten,
zerstörte Hülle unseres Erdballs,
nicht mehr zu schützen in der Lage.
Landminen tausendfach,
die noch immer Kinder töten;
Wälder und Gärten verarmt, verödet;
Leben unter sengender Hitze,
ohne Hoffnung auf ein Ende der Dürre,
qualvoll vor Durst und Hunger,
erschöpft, ermattet, heimatlos,
Völker in Lagern eingesperrt,
umzäunt und abgeriegelt;
Hochradioaktive Brennstäbe,
uns vor die Tür gelegt:
für euch den Nutzen, uns die Last,
für euch Wohlstand und Bequemlichkeit,
uns tägliche Bedrohung und Gefahr.       
Selbst Bürgerrecht und Menschenwürde
            habt ihr dafür angetastet –
            ein Erbe ohne Würde, ohne Hoffnung,
            tödlich.

Chor:             Was haben wir getan
        und setzen es noch täglich fort -
                  wir, denen Wohlstand und Fülle,
             Freiraum und Spielraum jeder Art
                  zur Verfügung stehen?

Baritonsolo:            Doch ihr – was wird aus euch?
            Bleibt euch noch Raum zum Leben,
eurer Freude,  eurer Phantasie?
Welche Bilder füllen eure Träume,
welche Visionen beflügeln eure Sprache?
                            Was wird aus eurer Lust zu lernen und zu forschen?                         
Bleibt euch noch Zeit und Sinn
zum Leben aus der Fülle,
für Farben, Formen, Bauten, Klänge, Tänze?
Was könnt ihr noch
von Gottes Schöpfung spüren, glauben?    
Bleibt euch noch Staunen über ihre Vielfalt?
                      Bleibt euch noch Spiel, Poesie, Gesang und Lobpreis?

 Chor:     Ihr Nachgeborenen,
    Enkel und Urenkel,
wie werdet ihr uns sehen?
        Wer werden wir in euren Augen sein?




Teil 4:  Kehrt um

Chor                Aus alten Urkunden dringt die Botschaft zu uns: 
und Solisten:              Kehrt um, lasst euch neu schaffen.       
                                 So spricht, der nicht im Tode blieb.
Er gibt uns Grund und Mut,
  die neue Schöpfung Gottes zu erwarten,
die mit ihm begann.

Der nicht im Tode blieb, er spricht:
Kehrt um, laßt euch neu schaffen.
Er gibt der Schöpfung Recht,
                                    die seufzend auf uns wartet,                 
  auf seine Schwestern, Brüder,
                             die er wie Lilien auf dem Felde kleidet,        
wie Vögel unter dem Himmel nährt,
   zum freien Dienst an seinem Werk beruft.


           Teil 5:  Hoffen auf neue Schöpfung

Sprecher            Siehe: Gottes Hand legte sich auf mich         
und führte mich hinaus.
 Er stellte mich auf weites Feld voller Gebeine:
ringsum Gebein, unzählig hingestreut, bleich ausgedörrt.
Dann sprach Er:
„Menschenkind, was meinst du?
Können diese Knochen wieder Leben haben?“
Ich sagte: „Du allein weißt es!“
Er aber gebot mir:
„Sprich mit Vollmacht über sie hin:
ruf ihnen zu: ihr dürren Knochen, hört Gottes Stimme.
So nämlich spricht Er über euch:
siehe, ich atme Lebenshauch in euch,
so daß ihr lebt.
Mein Atem fährt in euch.
Ihr werdet leben und erkennen, daß ich Gott bin.“
Ich sprach, wie mir geboten war.

Doch was geschah?
ein Geräusch - ein Rauschen -
  und die Gebeine rückten zueinander,
eins zum andern.
Und wie ich hinsah,
wuchsen ihnen Sehnen, Fleisch und Haut.
Doch noch war Lebensatem nicht in ihnen.

Da sprach Er wieder:
„Sprich vollmächtig, Mensch, und sage:
So spricht Gott:
von allen vier Winden komm, heilger Atem,
und hauche diese Toten an,
daß wieder Leben in sie komme.“
Und als ich sprach, wie Er geboten hatte,
strömte Odem in sie ein: Leben begann.
  Sie standen auf, und unermeßlich groß war ihre Schar.

Solisten             Und gilt das wirklich uns?
und Chor:            Wann endlich stehen wir dann auf?

Gott schafft uns neu,
                 seine Schöpfung wartet auf den neuen Menschen,  
der seine Freiheit nicht missbraucht.
Laßt uns den falschen Weg verlassen,
arbeiten für Gottes Schöpfung,
mit ihr ausgestreckt nach seiner Gegenwart.
                                     ‚Ich warte auf sein Heil.’‚                  
                          ‚Wir warten auf den neuen Himmel
                                       und die neue Erde.’   
    
Choral                          Komm Gott Schöpfer, Heiliger Geist,
   (Chor und                         besuch das Herz der Menschen Dein,
Solisten):                          mit Gnade uns füll, wie Du weißt,
                                           daß wir Dein Geschöpfe sind.

Zeig uns den Bruder Jesus Christ,
der von dem Tod erstanden ist,
sich uns fortan zur Seite stellt,
und Hoffnung gibt aller Welt.

Sein Aufstehn läßt auch uns erstehn
und uns auf seinem Wege gehen,
der Erd und Himmel neu erschafft,
wie wir vertraun seiner Kraft.

Sei Schirm und Schutz unserm Verstand.
Mach Gottes Willen uns bekannt,
zu achten, was er auferbaut,
aufs neue uns anvertraut.

                         Alles, was Odem hat, lobe den Herrn.

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